Exportgewinner: Wer schafft es 2019 aufs Treppchen?

Wie wird 2019 für den Handel und welche Aussichten gibt es beim Export? Ich würde mal sagen „heiter bis wolkig“.

Das Ende des weltweiten Aufschwungs ist langsam in Sicht. Das wirkt sich auf den Welthandel aus. Dieser verliert im kommenden Jahr etwas an Fahrt und das Wachstum verlangsamt sich auf voraussichtlich 3,6% (2018: 3,8%). Vorausgesetzt natürlich, dass es zu keiner Eskalation im Handelsstreit kommt. Dies würde zwischen 0,5 und 2 Prozentpunkte (pp) an Wachstum kosten.

Vom Kuchen bekommen allerdings nicht alle gleichermaßen etwas ab. Wer gehört zu den Gewinnern? Wir haben die Top 10 der Exportgewinner prämiert. Zudem spielen natürlich die Top 10 der Märkte, die für Exporteure besonders attraktiv sind, eine Rolle: Sie haben im kommenden Jahr eine besonders hohe zusätzliche Nachfrage an Importen.

Die Deutschen galten lange als Exportweltmeister – und wenig überraschend werden sie ihre Stärken auch 2019 ausspielen.

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Insolvenzen: Wenn’s knallt, dann richtig

Bei den Unternehmensinsolvenzen ist Deutschland wie das kleine gallische Dorf aus Asterix und Obelix, das sich dem Rest der Welt widersetzt. Der Zaubertrank ist die boomende deutsche Wirtschaft. Gegen den weltweiten Trend sinken in der Bundesrepublik die Insolvenzen auch 2018 nochmals um etwa 4%. Doch: Das ist trotz der guten Nachricht kein Grund zur Entwarnung.

Die Schäden für Unternehmen durch Insolvenzen [1] in den letzten Jahren sind nämlich deutlich gestiegen: von insgesamt 17 Milliarden (Mrd.) Euro (EUR) in 2015 auf 30 Mrd. EUR in 2017. Die durchschnittlichen erwarteten Schäden haben sich von 700.000 EUR in 2015 auf 1,5 Millionen (Mio.) EUR in 2017 sogar mehr als verdoppelt.

Dieser Trend setzt sich auch 2018 fort: In den zwölf Monaten bis Ende August 2018 stieg das Durchschnittsvolumen der voraussichtlichen Forderungen von Unternehmen um über 30% an im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das bedeutet: Wenn’s knallt, dann richtig. 

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(Protektionismus-) Showdown in Buenos Aires

Der heute beginnende G20-Gipfel in Buenos Aires wird zu einer Art „Showdown“ zwischen den Machthabern der USA und China. Kommt es zum Handelskrieg oder nicht? Trump will dabei auf sein Bauchgefühl vertrauen und droht im Vorfeld mit Zöllen für deutsche Autobauer sowie auf alle chinesischen Importwaren, iPhone inklusive.

Das lässt zunächst wenig Gutes erahnen. Trotzdem erwarten wir letztendlich keine Eskalation zum Handelskrieg. Die „Protektionismus-Show“ geht allerdings auch 2019 weiter. Bis einschließlich September haben wir 2018 bereits knapp 300 neue protektionistische Maßnahmen gezählt. Bis zum Jahresende dürfte die Zahl auf rund 400 neue Handelsbarrieren steigen.

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Appgehängt? Ohne gute App wird’s schwer im Einzelhandel

Am heutigen „Black Friday“ in den USA werden rund ein Viertel der Schnäppchen übers Mobiltelefon „appgeschossen“. Da lohnt sich schon mal ein Blick auf die Apps beziehungsweise welche Aussagekraft diese haben können.

Die „mobile experience“ wird immer wichtiger. Eine durchdachte Multi-Channel-Strategie ist heute sowieso ein Muss im hart umkämpften Einzelhandel, in dem so manches Unternehmen auf der Kippe steht. Der hohe Margen- und Wettbewerbsdruck erlaubt allerdings nicht viele Fehler bei Investitionen.

Die App als (Miss-)Erfolgsfaktor

Eine App und ein Online-Auftritt kosten viel Geld. Das will also gut geplant und durchdacht sein – mit dem Kunden im Fokus, denn sonst geht der Schuss schnell nach hinten los. Günstige „B-Lösungen“ funktionieren so gut wie nie.

Das zeigt eine besondere Statistik ganz eindrucksvoll: Von 13 Großinsolvenzen im Einzelhandel in den USA 2018 hatten sieben Unternehmen den Zug verpasst und gar keine App im Angebot.

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Unternehmensübernahmen: Dank Brexit auf Diät

Der Brexit erhitzt weiter die Gemüter. Das Drama spitzt sich zu. EU und britische Regierung verhandeln immer noch und der Zeitrahmen wird langsam eng. Darüber vergisst man fast, welche Kollateralschäden diese Unsicherheit schon seit dem Referendum 2016 hinterlassen hat – und das waren nicht nur Hamsterkäufe bei Unternehmen.

Unternehmensübernahmen beispielsweise sind seit 2016 massiv eingebrochen: Durchschnittlich gerade noch 42,4 Milliarden (Mrd.) Britische Pfund (GBP) wurden in Großbritannien seither für M&A Deals auf den Tisch gelegt – das sind ganze 60% weniger als vor dem Referendum. Besonders grenzüberschreitende Übernahmen sind drastisch gesunken.

Die anhaltende Unsicherheit im laufenden Jahr sowie steigende regulatorische Hürden haben zudem anstehende Übernahmen zum Erliegen gebracht. Diese haben sich fast verdoppelt auf 12 Mrd. GBP zum Ende des dritten Quartals.

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Brexit voraus: Hamsterkäufe, Verunsicherung und Verkehrschaos

Die anhaltenden Brexit-Verhandlungen sorgen für große Unsicherheit. Bei Konsumenten, vor allem aber auch in der Wirtschaft und bei Unternehmen – sowohl in der EU als auch vor allem in Großbritannien selbst.

Es ist wie nach einer Sturmwarnung. Die Bewohner der betroffenen Region hasten in den Supermarkt und hamstern riesige Mengen an Lebensmitteln. Die betroffene Region ist Großbritannien, die Bewohner die dortigen Unternehmen und statt Lebensmittel horten die dortigen Unternehmen zunehmend Importwaren.

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IFRS 9 – Blackbox oder Blick in die Glaskugel?

Für viele börsennotierte Unternehmen ist es eine Blackbox und sie bräuchten am besten eine Glaskugel, um in die Zukunft zu schauen: Wie sicher sind offene Forderungen in den kommenden 12 Monaten, wer zahlt und wer vielleicht doch nicht? Und wie kann man das mathematisch herleiten? Was darf überhaupt auf Aktiva-Seite in der Bilanz gebucht werden?

Bisher brauchten Unternehmen keine hellseherischen Fähigkeiten bei der Bilanzierung. Es reichte aus, Wertberichtigung auf Basis von Erfahrungswerten der Vergangenheit vorzunehmen. Sie konnten die tatsächlichen Ausfälle von Forderungen, also den „Incurred Credit Loss“, zugrunde legen und diesen theoretisch 1:1 auf die Zukunft fortschreiben. Wertberichtigungen „über den Daumen gepeilt“ nach dem (oft sehr guten) Bauchgefühl der Finanzchefs. Signifikante Abweichungen gab es trotzdem oft. Die Zukunft ist eben nicht die Vergangenheit und umgekehrt, schon gar nicht im „Auf und Ab“ des Konjunkturzyklus‘.

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China: Genug Geld, um alle Dax-Unternehmen zu kaufen

Seit Jahren investieren chinesische Unternehmen zunehmend im Ausland – meist mit strategischen Zielen. In Afrika und Südamerika, um sich Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu sichern und die Infrastruktur für die eigenen Handelsrouten auszubauen. Immer mehr Investitionen aus dem Reich der Mitte fließen aber in den letzten Jahren auch nach Europa. Dort waren chinesische Unternehmen auf großer Einkaufstour. Besonders Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich erfreuten sich einer zunehmend großen Präsenz in den chinesischen Warenkörben.

Im 1. Halbjahr 2018 lagen die chinesischen Unternehmensübernahmen in Europa über dem Vorjahreszeitraum – und mit durchschnittlich 600 Millionen Euro pro Deal auf einem Neunjahreshoch. Vier Mal mehr haben chinesische Unternehmen seit 2014 in Europa investiert als andersherum.

Der deutsche Roboterhersteller Kuka ist nur ein Beispiel. Aber auch bei der Deutschen Bank (zumindest noch) oder sogar bei Daimler halten chinesische Investoren Aktienpakete. Geld haben sie genug. Laut aktuellen Daten der Weltbank dürften sich die chinesischen Devisenreserven auf rund 2,7 Billionen Euro belaufen. Mit diesem vor allem aus Exportüberschüssen der letzten Jahre angehäuften Geld könnten die Chinesen problemlos „aus der Portokasse“ alle 30 Dax-Unternehmen kaufen – und sogar noch viele weitere…

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Handelskrieg kostet Wirtschaftswachstum

Protektionismus ist – zumindest gefühlt – zuletzt wieder auf dem Vormarsch. Sogar von einem drohenden Handelskrieg ist die Rede. Dabei war der Trend in den letzten Jahren eigentlich rückläufig. 467 neue Handelsbarrieren gab es 2017. 2016 waren es noch 827 und in den beiden Jahren zuvor jeweils mehr als 1000.

Vor allem in den USA scheinen Handelsbarrieren aber wieder stark in Mode zu sein: China, Europa, Iran, Türkei, Russland. Sie hatten auch schon im letzten Jahr den zweifelhaften Sieg im „Protektionismus-Bingo“ errungen – und waren für ein Fünftel aller neuen Handelsbarrieren verantwortlich. Genau dort machen sie 2018 weiter. Bemerkenswert ist, dass die Hintergründe für die Maßnahmen oft auch eher politische als wirtschaftliche Interessen sind. Gemeinsam haben sie alle, dass sie kurzfristig implementiert wurden – und so bei Unternehmen für große Verunsicherung sorgen. Planbarkeit ade.

Zwar ist es nach unserer Einschätzung mit rund 55% etwas wahrscheinlicher, dass die wirtschaftliche Vernunft siegen wird. Das heißt, dass eine Einigung der USA mit den Europäern erzielt wird und auch der Konflikt mit China nicht weiter eskaliert. Ein sich zuspitzender Konflikt mit China oder gar ein drohender Handelskrieg hätten massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Zwischen zwei und sechs Prozentpunkten könnte das Wachstum des Welthandels dadurch einbüßen und das Wirtschaftswachstum auf allen Seiten trüben. Das sind erneut keine positiven Szenarien, bei denen das Unternehmerherz lacht.

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Insolvenzen: Wenn die Großen wanken…

Wenn große Unternehmen ins Straucheln geraten, ist das Ausmaß für die Wirtschaft häufig sehr groß. Viele Lieferanten sind plötzlich mit großen Schadenssummen konfrontiert. Häufig auch, weil sie nicht damit gerechnet hatten, dass ein Riese mit einem großen, bekannten Namen tatsächlich fallen könnte. Schon gar nicht in einer Zeit, in der es wirtschaftlich eigentlich rund läuft und in der das weltweite Bruttoinlandsprodukt wächst. Doch genau diese „guten Zeiten“ und die „großen Namen“ lassen Unternehmen manchmal unvorsichtig werden – mit entsprechenden Folgen.

Kumulierter Umsatz der weltweiten Großinsolvenzen (nach Umsatzgröße in Mio. EUR) *

Die Zahlen sprechen für sich. Im ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der weltweiten Großinsolvenzen relativ stabil geblieben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Es gab zwar drei Fälle mehr, daraus lässt sich jedoch noch kein allgemeiner Trend ableiten. Allerdings ist der kumulierte Umsatz der weltweiten Großinsolvenzen im gleichen Zeitraum um 24% gestiegen – daher dürften auch die Schäden entsprechend deutlich höher ausgefallen sein.

Rund ein Viertel mehr an ausstehenden Forderungen durch gefallene Riesen – eine Zahl, die Unternehmen aufrütteln sollte. Ein großer Name ist keine Garantie. Und auch kein Freifahrtschein, nicht genau hinzusehen.

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