Monthly Archives: Oktober 2016

Trade Wars – Warum die Macht des Welthandels schwindet

Was haben der Welthandel und Star Wars gemeinsam? Eine ganze Menge, wie man in unserer aktuellen Studie „Trade Wars – The force weakens“ sehen kann. Der Welthandel schrumpft im Wert – seine Kraft schwindet also. Das verschärft den Wettbewerb, insbesondere beim Export. Sie kämpfen um ihre Galaxien. Mit Lichtschwerten – oder anderen Mitteln. Die einen spielen Protektionismus-Bingo, die anderen setzen auf Internationalisierungsstrategien mit Hilfe von Serviceorientierung und Digitalisierung.

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Doch wer hat nun den schnellsten Export-X-Flügler? Die Deutschen. Sie beherrschen die Kunst des Exports auch bei einem verlangsamten Welthandel meisterhaft. Sie gehören so zu den Jedi-Meistern, an denen sich alle messen. Neben den deutschen Exporteure sind erfreulicherweise auch viele andere europäische Nationen gut positioniert. China hingegen verliert an Boden.

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Weltwirtschaft zu schwach, um vor Pleiten zu schützen

Der Weltwirtschaft geht derzeit die Puste aus – sie wächst 2016 so langsam wie seit der Wirtschaftskrise nicht mehr. Auch im kommenden Jahr wird sie die 3-Prozent-Hürde nicht schaffen, dann zum siebten Mal in Folge. Das ist aber zu wenig an Wachstum, um mehr Pleiten von Unternehmen zu vermeiden.

Dem Welthandel ergeht es ähnlich: Er legt 2016 nur minimal zu, im Wert schrumpft er gar.

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Vor allem in den Schwellenländern steigen die Insolvenzen kräftig an, während sie in Westeuropa im Schnitt noch rückläufig sind. Aber weltweit zeichnet sich eine negative Trendwende ab: Das erste Mal seit 2009 steigen die Insolvenzen 2016 und 2017 wieder an. Die genauen Trends finden Sie übrigens hier in unserer aktuellen, interaktiven Insolvenz-Weltkarte

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Neue Betrugsmasche: Verstärkung für den falschen Chef

Die Evolution macht auch vor Betrügern nicht Halt. Wirtschaftskriminelle Straftaten werden immer ausgeklügelter. Damit steigt das Risiko, dass sie zumindest eine Weile unentdeckt bleiben und so lange erheblichen Schaden anrichten. „Fake President“, die Masche mit dem Identitätsdiebstahl und der E-Mail vom falschen Chef an die Buchhaltung mit der Aufforderung um Überweisungen, ist auch so ein Fall.

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Zuletzt haben namhafte Unternehmen in Deutschland und Österreich dadurch Schäden in Höhe von 40 oder 50 Millionen Euro erlitten. Nur selten lassen sich Gelder zurückholen wie in dem aktuellen Fall, den die Wirtschaftswoche schildert.

Prompt folgt auch schon die nächste Evolutionsstufe. Die falschen Chefs haben sich weiterentwickelt und variieren ihr Vorgehen. Der neuste Clou bei einem aktuellen Schadenfall: Fake President meets Fake IT. Der falsche Chef bekommt Verstärkung.

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Brexit: Die Ruhe vor dem (Insolvenz-)Sturm

Es ist (noch) die Ruhe vor dem Sturm. Im Mai sollen die Brexit-Verhandlungen starten. Auch wenn sich die Wirtschaft derzeit noch relativ gut hält, ziehen ab 2017 erste kräftige Böen auf. Wir gehen für die kommenden Jahre weiterhin von deutlichen Einbußen beim britischen Bruttoinlandsprodukt aus.

Zudem erwarten wir erstmals nach vier Jahren wieder steigenden Insolvenzen im Vereinten Königreich. Ganz unabhängig vom Brexit-Szenario. Nur: Je härter der Austritt, desto härter der Aufprall. Ob Theresa May wirklich den „Hard Brexit“ anstrebt?

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Ähnliches gilt im Übrigen auch weiterhin für die Währung. Ein Kollaps droht. 2018 wird das Pfund nach unseren Einschätzungen mit dem Euro gleichziehen. Auch wenn es die Waren im Ausland verbilligt, drückt dies gleichzeitig erheblich auf die Gewinne der Unternehmen. Die Finanzdecke wird dadurch nicht dicker.

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Möglicher „Hard Brexit“ schickt Pfund auf Talfahrt

Das britische Pfund ist auf Talfahrt angesichts der Ankündigung von Premierministerin Theresa May, dass sie im Mai die Brexit-Verhandlungen einleiten will. Dass es einen Brexit geben wird, ist nun ja nicht mehr neu. Insofern ist das auch für die Entwicklung der Währungskurse kein ausschlaggebender Treiber mehr. Was wirklich neu war, ist die Tatsache, dass May für einen „Hard Brexit“ zu votieren schien. Diese Aussage schickt das Pfund auf ein neues 31-Jahres-Tief gegenüber dem US-Dollar.

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Die britische Realwirtschaft schlägt sich indes weiterhin noch überraschend wacker, trotz der durch die Ankündigung sogar noch größeren Unsicherheiten. Der Produktionsindex legte zu – dank der pfundigen Talfahrt, denn britische Waren sind durch den Verfall der Währung im Ausland billiger. Das stärkt Nachfrage, Bestellungen und damit auch die Produktionsauslastung. Es dürfte allerdings nur die Ruhe vor dem Sturm sein.

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Protektionsimus-Bingo: Wer spielt mit?

Man könnte meinen, dass in Zeiten der Globalisierung Handelsbarrieren eher sinken als zunehmen. Doch weit gefehlt. „Protektionismus-Bingo“ erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit und protektionistische Maßnahmen nehmen sogar zu – damit auch ja niemand vom fremden „Tellerchen“ essen kann.

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Allein seit Anfang 2014 bis Mitte 2016 haben wir mehr als 1.800 neue Handelsbarrieren gezählt. Das sind im Schnitt fast 60 neue Handelsbarrieren pro Monat, über 10 pro Woche. Sie bremsen den weltweiten Export und es kann für manchen deutschen Exporteur zum Risiko werden.

Nur ein Beispiel: Ein französischer Fischer oder ein italienischer Parmesanhersteller verkaufen ihre Waren nach Russland und verschiffen diese anschließend per Schiff dorthin.

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Wenn der falsche Chef ’ne E-Mail schreibt…

Die jüngste Vergangenheit zeigt, die Gefahr im Netz ist unverändert hoch. Seit etwa zwei Jahren sind sowohl die Fallzahlen als auch die Schadenshöhen durch die Betrugsmasche „Fake President“ – oder falscher Chef – in die Höhe geschnellt, bei den aktuellen Fällen belaufen sich die Schäden auf 40 oder 50 Millionen Euro.

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Wie genau die Masche funktioniert? Indem im Namen des Chefs ein Mitarbeiter in der Buchhaltung per E-Mail angewiesen wird, Überweisungen für eine streng geheime Übernahme zu tätigen. Mehr zum genauen Vorgehen lesen Sie auch hier.

Versuchen kann man’s ja mal

Die Betrüger gehen dabei häufig akribisch vor, exakt durchgeplant, methodisch. Dennoch machen auch sie Fehler und nicht alle Betrugsversuche sind gut gemacht. Unternehmen machen es den Betrügern in manchen Fällen aber auch leicht. Zu leicht. Allein das Wissen um die Masche mit der „E-Mail vom falschen Chef“ hilft in vielen Fällen, Betrugsversuche zu vereiteln.

Sie sind dreist, frei nach dem Motto: „Versuchen kann man es ja mal“…

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Staatliches „Tuning“ in der globalen Autoindustrie

Subventionen sind häufig Fluch und Segen zugleich. Mit staatlichem Turbo wächst es sich leichter. Doch was, wenn dieser plötzlich ausfällt? Dann wird es zumindest kurzfristig eher schwierig. Das ist wie wenn einem auf der Autobahn plötzlich der Sprit ausgeht.

Diesen Effekt sieht man auch immer wieder in der Wirtschaft, allen voran in der Automobilindustrie, die mit dem Pariser Autosalon derzeit im Fokus steht.

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Das staatliche „Tuning“ ist in der Branche aktuell vielerorts verbreitet. Subventionen, Steuersenkungen und Marktanreize sind derzeit ein maßgebliche Treiber der globalen Automobilindustrie.

Für eine möglichst gute Marktposition ihrer Autobauer greifen insbesondere die USA, China und Spanien auch gerne in die Staatskasse. Großbritannien dürfte angesichts der erwarteten Brexit-Folgen künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit folgen.

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