Möglicher „Hard Brexit“ schickt Pfund auf Talfahrt

Das britische Pfund ist auf Talfahrt angesichts der Ankündigung von Premierministerin Theresa May, dass sie im Mai die Brexit-Verhandlungen einleiten will. Dass es einen Brexit geben wird, ist nun ja nicht mehr neu. Insofern ist das auch für die Entwicklung der Währungskurse kein ausschlaggebender Treiber mehr. Was wirklich neu war, ist die Tatsache, dass May für einen „Hard Brexit“ zu votieren schien. Diese Aussage schickt das Pfund auf ein neues 31-Jahres-Tief gegenüber dem US-Dollar.

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Die britische Realwirtschaft schlägt sich indes weiterhin noch überraschend wacker, trotz der durch die Ankündigung sogar noch größeren Unsicherheiten. Der Produktionsindex legte zu – dank der pfundigen Talfahrt, denn britische Waren sind durch den Verfall der Währung im Ausland billiger. Das stärkt Nachfrage, Bestellungen und damit auch die Produktionsauslastung. Es dürfte allerdings nur die Ruhe vor dem Sturm sein.

Einbußen durch Brexit vorprogrammiert

Baugewerbe und Dienstleistungssektor legten ebenfalls zu, wenngleich letzterer deutlich langsamer. Allerdings ist die Zweiteilung im Bausektor interessant: Gewerbliche Bauprojekte waren im Gegensatz zum privaten Sektor rückläufig. Die Unternehmen zögern also (verständlicherweise) angesichts der weiterhin unklaren Zukunft.

Die Regierung versucht, mit Finanzzusagen für die Wirtschaft die Gemüter zu beruhigen: Ein 5 Milliarden-Paket hat der Staat bereits angekündigt, um die britischen Unternehmen zu unterstützen. Mehr folgt vermutlich im November, wenn der Finanzminister sein „Herbst-Statement“ abgibt.

Vor Einbußen und deutlich steigenden Risiken wird es die britische Wirtschaft aber nicht schützen – ab 2017 werden die Briten die Folgen deutlich spüren und sollten sich besser jetzt schon mal sturmsichere Ausrüstung zulegen.

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