Weltwirtschaft zu schwach, um vor Pleiten zu schützen

Der Weltwirtschaft geht derzeit die Puste aus – sie wächst 2016 so langsam wie seit der Wirtschaftskrise nicht mehr. Auch im kommenden Jahr wird sie die 3-Prozent-Hürde nicht schaffen, dann zum siebten Mal in Folge. Das ist aber zu wenig an Wachstum, um mehr Pleiten von Unternehmen zu vermeiden.

Dem Welthandel ergeht es ähnlich: Er legt 2016 nur minimal zu, im Wert schrumpft er gar.

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Vor allem in den Schwellenländern steigen die Insolvenzen kräftig an, während sie in Westeuropa im Schnitt noch rückläufig sind. Aber weltweit zeichnet sich eine negative Trendwende ab: Das erste Mal seit 2009 steigen die Insolvenzen 2016 und 2017 wieder an. Die genauen Trends finden Sie übrigens hier in unserer aktuellen, interaktiven Insolvenz-Weltkarte

Interessant ist auch der Trend in Deutschland. Zwar werden es 2016 noch leicht rückläufige Pleite-Zahlen sein (unsere ursprüngliche Prognose von stagnierenden Fallzahlen haben wir aufgrund der vorliegenden Statistiken nochmals nach unten korrigiert), aber 2017 wird sich nach unserer Ansicht das Blatt mit den rückläufigen Trends wenden.

Schäden durch Insolvenzen steigen

Die Vorboten sind 2016 schon da. Die Pleiten leicht rückläufig – aber: Die Schäden durch Insolvenzen sind erheblich nach oben geschnellt. „Too big to fail“ gibt es nicht, denn es nehmen vor allem die Insolvenzen größerer Unternehmen zu. Der daraus resultierende Dominoeffekt auf Lieferanten und Partner kann diese leicht mit in den Abwärtsstrudel ziehen.

Im Sommer 2016 lagen die Schäden durch Unternehmensinsolvenzen durchschnittlich 29% höher als 12 Monate zuvor, besonders im Energiesektor, bei Wissenschaft und Technik, im produzierenden Gewerbe und im Handel sind die entstandenen Verluste durch Pleiten überproportional gestiegen und somit das Risiko für einzelne Unternehmen hoch. Drum prüfe, mit wem man sich im Handel bindet…