TTIP = Freihandelsabkommen und Handelsbarriere zugleich

Im Licht der langen Verhandlungen über Ceta, erhitzt auch das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP mit den USA immer wieder die Gemüter. Zumindest in Deutschland. Lassen wir an dieser Stelle mal die emotionalen Debatten über Chlorhühnchen, Verbraucherschutz und Schiedsgerichte außen vor und betrachten das ganze kurz aus der Sicht des Welthandels.

Es ist ja alles ist immer eine Frage der Perspektive: Kopf oder Zahl. Protektionismus und Handelsbarrieren auf der einen Seite, der Freihandel auf der anderen.

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Auf der Prägung der gemeinsamen europäisch-amerikanische Seite der Medaille steht „Freihandel“. Wenn es umgesetzt würde, würde das TTIP Abkommen den größten Wirtschaftsraum schaffen mit 47% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts.

Auf der Rückseite der gleichen Münze prangt jedoch „Protektionismus“, denn es wäre gleichzeitig die weltweit größte Handelsbarriere. 

TTIP Handelsbarriere für Asien und Afrika

Es würde derzeit Afrika und Asien ausschließen. Für sie würde sich das Abkommen nachteilig auswirken, weil sie nicht in den Genuss des vereinfachten Handels oder Zollerleichterungen kämen. Insofern wirkt der Ausschluss wie eine Handelsbarriere.

Interessant wird es für uns Europäer diesbezüglich auch noch mit dem Brexit. Gäbe es am Ende kein Handelsabkommen mit den einzelnen EU-Ländern beim Austritt Großbritanniens, wären vermutlich Zölle und Gegenzölle die Folge. Der beschriebene weltweite „Protektionismus-Bingo“ käme dann sehr wahrscheinlich auf das nächste Spiel-Level mit noch höherem Schwierigkeitsgrad. Die Leidtragenden wären dabei wie so häufig die Unternehmen.