Monthly Archives: Februar 2017

Insolvenzanfechtung: Risiko bleibt – trotz Gesetzesänderung

Der deutsche Bundestag hat vergangene Woche eine Gesetzesänderung bei der Insolvenzanfechtung beschlossen. Diese begrenzt „Exzesse“ bei einzelnen Anfechtungsfällen durch den Insolvenzverwalter.

Die Unternehmen traf es meist wie ein Blitz aus heiterem Himmel. In vielen Fällen waren ganze Existenzen bedroht, wie der WDR kürzlich in einem sehr anschaulichen Film zum Thema mit aktuellen Fallbeispielen aufgearbeitet hat. Sicher auf der Habenseite verbuchtes Geld soll plötzlich an den Insolvenzverwalter zurückgezahlt werden. Ein echter Schock. Aber kein Einzelfall, sondern inzwischen fast alltägliche Praxis bei Insolvenzverfahren.

Die Gesetzesänderung verkürzt den Zeitraum der Insolvenzanfechtung von bisher 10 Jahren auf 4 Jahre. Das heißt aber gleichzeitig: Das Risiko bleibt. Die Zahl der Anfechtungen steigt zudem weiterhin.

Die Verkürzung des Zeitraums ist absolut sinnvoll. Fälle, in denen Zahlungen über die letzten 10 Jahre angefochten wurden, waren für alle Beteiligten schwer bis nicht nachvollziehbar.

Aber: Der Großteil der Insolvenzanfechtungen liegt heute bereits in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren. Das heißt auch, dass sich für die meisten Unternehmen im Großen und Ganzen in Zukunft nichts ändern wird. Sie laufen weiter Gefahr, dass sie bei der Insolvenz eines Abnehmers plötzlich zur Kasse gebeten werden.

Wir erwarten in Zukunft keine signifikanten Rückgänge bei den Volumina der angefochtenen Zahlungen in Insolvenzverfahren. 

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US Protektionismus: nicht so heiß gegessen wie gekocht…

Weiter geht es mit einem dritten und vorerst letzten Aspekt der „Trumponomics“ in der „Amerika Woche“ in meinem Blog: dem Protektionismus.

Bei den Handelsbarrieren wird vermutlich nicht ganz so heiß gegessen wie gekocht. Dass neue protektionistische Maßnahmen von Trump initiiert werden, gilt als sicher. China und Mexiko stehen dabei ganz oben auf der Liste von Neu-Präsident Trump.

Insgesamt wird die neue US-Regierung eine starke Veränderung der Handelspartnerschaften in die Wege leiten: weg vom Multilateralismus und von regionalen Vereinbarungen hin zu bilateralen Handels-Deals.

Die Beziehungen mit den Handelspartnern im pazifischen Raum (TPP) oder Europa (TTIP) dürften auf Eis liegen und unter Trump kaum noch Chancen haben. Diese wesentlich restriktivere Politik dürfte in der Folge vor allem Länder mit großen Handelsüberschüssen mit den USA treffen. Zu den Verlierern zählen dabei vor allem lateinamerikanische Staaten sowie die Region Asien-Pazifik.

US Wahlversprechen: Captain America und die Rückkehr des Fiskal-Rächers

Im zweiten Teil meiner „Amerika Woche“ geht es um Wahlversprechen von Donald Trump. Dabei dürften nicht alle haltbar sein, auch wenn er einen Teil der Ankündigungen sicher umsetzen wird. Um bei der Superhelden-Analogie zu bleiben, folgt nun die Episode „Captain America und die Rückkehr des Fiskal-Rächers“.

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Der „Fiskal-Rächer“ erstarkt wieder neben „Captain America“. Bei den staatlichen Ausgaben dürfte demnach voraussichtlich mehr Geld fließen als in der Vergangenheit. Allerdings dürfte es voraussichtlich nur etwa die Hälfte der im Wahlkampf versprochenen Summe werden: 500.000.000.000 US-Dollar – eine halbe Billion – an Investitionen in Infrastrukturprojekte über die kommenden zehn Jahre ist durchaus wahrscheinlich.

Was Trump für die US-Wirtschaft bedeutet

Die politischen Pläne von Neu-Präsident Donald Trump verschaffen der US-Wirtschaft ein kurzfristiges Hoch – jedoch vermutlich ohne Langzeiteffekt.

In unserer aktuellen Studie nehmen wir die Weltwirtschaft und die derzeit wirkenden „Superkräfte“ unter die Lupe. Wir vergleichen diese anhand zahlreicher Analogien mit Comic-Superhelden oder Bösewichten. Ein Fokus liegt angesichts der jüngsten Entwicklungen natürlich auf der US-amerikanischen Wirtschaft.

Da die USA zu Deutschlands wichtigsten Handelspartnern gehören, werde ich in einer „Amerika Woche“ mehrere Aspekte beleuchten, die Trumps Entscheidungen mit sich bringen.

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„Captain America“ lässt schon mal die fiskalpolitischen Muskeln spielen und setzt auf Konfrontation. Ganz so laut wie die Ankündigungen dürfte die Umsetzung nach unseren Einschätzungen allerdings nicht werden.

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