Monthly Archives: August 2018

Insolvenzen: Wenn die Großen wanken…

Wenn große Unternehmen ins Straucheln geraten, ist das Ausmaß für die Wirtschaft häufig sehr groß. Viele Lieferanten sind plötzlich mit großen Schadenssummen konfrontiert. Häufig auch, weil sie nicht damit gerechnet hatten, dass ein Riese mit einem großen, bekannten Namen tatsächlich fallen könnte. Schon gar nicht in einer Zeit, in der es wirtschaftlich eigentlich rund läuft und in der das weltweite Bruttoinlandsprodukt wächst. Doch genau diese „guten Zeiten“ und die „großen Namen“ lassen Unternehmen manchmal unvorsichtig werden – mit entsprechenden Folgen.

Kumulierter Umsatz der weltweiten Großinsolvenzen (nach Umsatzgröße in Mio. EUR) *

Die Zahlen sprechen für sich. Im ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der weltweiten Großinsolvenzen relativ stabil geblieben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Es gab zwar drei Fälle mehr, daraus lässt sich jedoch noch kein allgemeiner Trend ableiten. Allerdings ist der kumulierte Umsatz der weltweiten Großinsolvenzen im gleichen Zeitraum um 24% gestiegen – daher dürften auch die Schäden entsprechend deutlich höher ausgefallen sein.

Rund ein Viertel mehr an ausstehenden Forderungen durch gefallene Riesen – eine Zahl, die Unternehmen aufrütteln sollte. Ein großer Name ist keine Garantie. Und auch kein Freifahrtschein, nicht genau hinzusehen.

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Bumerang: Wenn der Schuldenberg zurückschlägt

Die Unternehmen drückt ihr Schuldenberg. Das „billige Geld“ ist wie ein Bumerang. Die niedrigen Zinsen locken. Seit Jahren bewegt sich die Verschuldung von börsennotierten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors auf Rekordniveau und steigt sogar noch weiter an. Für manche Unternehmen könnte das zum Verhängnis werden. Papier-, Transport- und Textilbranche bergen dabei nach unserer aktuellen Studie die größten Risiken, dass die Verschuldung zurückschlägt.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Dank guter Umsätze und Gewinne ist 2017 die Nettoverschuldungsquote (Net Gearing Ratio) weltweit erstmals wieder gesunken. Sie fiel um 3,2 Prozentpunkte (pp) auf 53%. Rückenwind für die Bilanzen. Allerdings täuscht das kaum über die Tatsache hinweg, dass die Unternehmensverschuldung für Firmen in einigen Wirtschaftszweigen zum Mega-Risiko werden könnte. Insbesondere in Branchen, bei denen ein Strukturwandel großen Investitionsbedarf mit sich bringt. Aber auch regional sind Risiken ungleich verteilt. Die „Schuldenkönige“ sitzen in Portugal, der Türkei, Griechenland und Spanien, die allesamt auch nicht für die beste Zahlungsmoral bekannt sind. In der Türkei kommen zudem große Währungsrisiken hinzu.

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Exportrisiken: die türkische Verunsicherung

Zahlungsrisiken und Insolvenzen in der Türkei sind aktuell auf dem Vormarsch. Die Unsicherheit bei Unternehmenslenkern, die Geschäfte mit türkischen Firmen machen steigt. Nicht von ungefähr. Drum prüfe, wer sich an die Türkei bindet…

Die türkische Lira ist auf Talfahrt. Das war sie schon vor der Eskalation um die Verhaftung von Pater Brunson und den darauf folgenden US-Sanktionen gegen die Türkei. Jetzt ist ein neues Rekordtief erreicht. Die Türken sind aufgerufen, keine iPhones mehr zu kaufen und ihre US-Dollar in Lira zu tauschen, um die Landeswährung zu stützen. Helfen wird das eher wenig – weder der türkischen Wirtschaft noch den Handelspartnern. Wenn zwei Staaten ihre Konflikte über Sanktionen eskalieren lassen, sind Kollateralschäden für die Wirtschaft praktisch vorprogrammiert. Auch wenn die dahinterliegenden Probleme nicht neu sind.

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