Monthly Archives: September 2018

China: Genug Geld, um alle Dax-Unternehmen zu kaufen

Seit Jahren investieren chinesische Unternehmen zunehmend im Ausland – meist mit strategischen Zielen. In Afrika und Südamerika, um sich Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu sichern und die Infrastruktur für die eigenen Handelsrouten auszubauen. Immer mehr Investitionen aus dem Reich der Mitte fließen aber in den letzten Jahren auch nach Europa. Dort waren chinesische Unternehmen auf großer Einkaufstour. Besonders Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich erfreuten sich einer zunehmend großen Präsenz in den chinesischen Warenkörben.

Im 1. Halbjahr 2018 lagen die chinesischen Unternehmensübernahmen in Europa über dem Vorjahreszeitraum – und mit durchschnittlich 600 Millionen Euro pro Deal auf einem Neunjahreshoch. Vier Mal mehr haben chinesische Unternehmen seit 2014 in Europa investiert als andersherum.

Der deutsche Roboterhersteller Kuka ist nur ein Beispiel. Aber auch bei der Deutschen Bank (zumindest noch) oder sogar bei Daimler halten chinesische Investoren Aktienpakete. Geld haben sie genug. Laut aktuellen Daten der Weltbank dürften sich die chinesischen Devisenreserven auf rund 2,7 Billionen Euro belaufen. Mit diesem vor allem aus Exportüberschüssen der letzten Jahre angehäuften Geld könnten die Chinesen problemlos „aus der Portokasse“ alle 30 Dax-Unternehmen kaufen – und sogar noch viele weitere…

Read more China: Genug Geld, um alle Dax-Unternehmen zu kaufen

Handelskrieg kostet Wirtschaftswachstum

Protektionismus ist – zumindest gefühlt – zuletzt wieder auf dem Vormarsch. Sogar von einem drohenden Handelskrieg ist die Rede. Dabei war der Trend in den letzten Jahren eigentlich rückläufig. 467 neue Handelsbarrieren gab es 2017. 2016 waren es noch 827 und in den beiden Jahren zuvor jeweils mehr als 1000.

Vor allem in den USA scheinen Handelsbarrieren aber wieder stark in Mode zu sein: China, Europa, Iran, Türkei, Russland. Sie hatten auch schon im letzten Jahr den zweifelhaften Sieg im „Protektionismus-Bingo“ errungen – und waren für ein Fünftel aller neuen Handelsbarrieren verantwortlich. Genau dort machen sie 2018 weiter. Bemerkenswert ist, dass die Hintergründe für die Maßnahmen oft auch eher politische als wirtschaftliche Interessen sind. Gemeinsam haben sie alle, dass sie kurzfristig implementiert wurden – und so bei Unternehmen für große Verunsicherung sorgen. Planbarkeit ade.

Zwar ist es nach unserer Einschätzung mit rund 55% etwas wahrscheinlicher, dass die wirtschaftliche Vernunft siegen wird. Das heißt, dass eine Einigung der USA mit den Europäern erzielt wird und auch der Konflikt mit China nicht weiter eskaliert. Ein sich zuspitzender Konflikt mit China oder gar ein drohender Handelskrieg hätten massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Zwischen zwei und sechs Prozentpunkten könnte das Wachstum des Welthandels dadurch einbüßen und das Wirtschaftswachstum auf allen Seiten trüben. Das sind erneut keine positiven Szenarien, bei denen das Unternehmerherz lacht.

Read more Handelskrieg kostet Wirtschaftswachstum