Monthly Archives: März 2019

Brexit me – later! Der Schwebezustand bleibt

Ab in die Brexit-Verlängerung. Neues Spiel, neues Glück? Wohl eher nicht, zumal man von „Glück“ im Zusammenhang mit dem Brexit schon lange nicht mehr sprechen kann. Die Pleitewelle hat das Vereinte Königreich längst erreicht und ein Ende ist nicht abzusehen. Ein Ende der Brexit-Zeitschleife allerdings auch (noch) nicht, denn am vergangenen Donnerstag hat das britische Parlament – wie erwartet – für eine Verlängerung von Artikel 50 gestimmt. Verschoben ist aber nicht aufgehoben.

Für wie lange der Schwebezustand noch bleiben soll, ist indes weiterhin völlig unklar. Das sind vor allem für Unternehmen und Investoren abermals keine guten Nachrichten.

Unsicherheit gesichert: Schwebezustand bleibt

Die Verlängerung soll bis 30. Juni sein – falls der bereits zwei Mal abgelehnte Brexit Deal, den Premierministerin Theresa May mit der Europäischen Union (EU) ausgehandelt hat bis zum 20. März doch noch eine Mehrheit findet. Falls. Denn nach einer solchen Mehrheit sieht es aktuell nicht aus. Dennoch will May am morgigen Dienstag (19. März) erneut darüber abstimmen lassen.

Falls der Deal wie vermutet erneut „durchfällt“ im Parlament, soll die Verlängerung von Artikel „länger“ sein. Aktuell wird vermutet, dass es eine Verlängerung um ein Jahr geben könnte – was bedeutet, dass die Unsicherheiten bis 2020 gesichert und Wirtschaft und Unternehmen weiterhin mit hohen Risiken konfrontiert wären. Ein Albtraum auf repeat.

Read more Brexit me – later! Der Schwebezustand bleibt

Großbritannien & der Brexit: Die Pleitewelle ist längst da

Und täglich grüßt das Brexit-Murmeltier. Das Land steckt tief in einer selbstgemachten Dauerkrise. Gestern gab es für Theresa May im britischen Unterhaus erneut eine Niederlage. Ihr mit der Europäischen Union (EU) ausgehandelter und in letzter Sekunde nachgebesserter Deal fiel durch. Nicht ganz so klar wie beim ersten Mal war die Niederlage – aber es war dennoch deutlich. Kein Wunder, schließlich hat sie in ihren eigenen Reihen Gegner, denen der Deal nicht weich genug ist oder die schlicht einen „No Deal“ bevorzugen würden. Um den geht es in der heutigen Abstimmung.

Es sieht weiterhin nach einer Absage an den ungeordneten Austritt aus. Schließlich hofft die Opposition auf ein zweites Referendum und wird allein deshalb eine Verlängerung bevorzugen. Auch bei den Tories gibt es eine Mehrheit gegen einen „Hard Brexit“. Morgen geht es dann im Parlament vermutlich um die Verlängerung. Wie erwartet sind wir also weiterhin in der Brexit-Zeitschleife gefangen. Dazu hatte ich ja bereits gebloggt – und auch, dass ein zweites Referendum oder ein Verbleib in der EU längst kein Selbstläufer ist.

Viel schlimmer als das anhaltende Brexit-Drama, auf das die ganze Welt schaut, sind allerdings die Folgen der seit 2016 anhaltenden Unsicherheiten. Was vielen erst auf den zweiten Blick auffällt: Für die britischen Unternehmen und die Wirtschaft ist es inzwischen fast nur noch sekundär, wie es ausgeht. Denn sie sind längst drin: in der selbst verursachten britischen Wirtschaftskrise. Ihnen steht das Wasser teilweise bis zum Hals. Ein Ende ist zeitnah nicht abzusehen – ganz egal wie es weiter geht.

Read more Großbritannien & der Brexit: Die Pleitewelle ist längst da

Brexit: Viel Lärm um nichts?

Was soll man zum Brexit noch sagen? Wir sind gefangen in einer geradezu absurden Zeitschleife: Boyz II Men auf „repeat“ mit „It’s so hard to say goodbye to yesterday“. Das würde mir allerdings auch schwer fallen, wenn inzwischen fest steht, dass alle Optionen für Großbritannien wirtschaftlich schlechter sind als die „guten alten Tage“ in der Europäischen Union (EU). Die EU hat viel zu bieten – alleine wird es deutlich schwerer. Deshalb jetzt zurück auf los und am Ende außer Spesen nichts gewesen?

Wir gehen weiterhin mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% von einem „guten Ende“ aus. Das reicht vom Verbleib in der EU über einen weicheren Brexit, doch noch ein (modifiziertes) Handelsabkommen bis hin zur Verlängerung. Und auf Letzteres deutet erst einmal alles hin: eine „Last-Minute-Einigung“ in Form einer Verlängerung von Artikel 50 hin.

Ab nach Samoa: Europa für den Freihandel

Die Europäische Union hat Unternehmen viel zu bieten: Unter anderem inzwischen 40 Freihandelsabkommen mit insgesamt 72 Ländern. Zuletzt kamen Samoa und die Komoren hinzu.  Weitere 20 Abkommen sind in Verhandlung. Dies würde einen Exportgewinn von über 40 Milliarden Euro für die Region bedeuten und das reale Wachstum beim Bruttoninlandsprodukt in der gesamten Eurozone jedes Jahr deutlich steigern.

Der Freihandel ist ein wichtiger Motor unserer Wirtschaft, in ganz Europa, insbesondere aber auch in Deutschland. Protektionismus und Handelsbarrieren hingegen kennen keine Gewinner. Ein Freihandels-Europa ist daher für mich ebenso wie für unsere Wirtschaft wichtig – vor allem in einer Zeit, in der der Multilateralismus in Frage gestellt wird.

Ja zu Europa, zu Freihandel und Digitalisierung

Ich persönlich bin ein echter Europäer – und sehr stolz darauf. Wir alle haben großes Glück, Europäer zu sein. In Europa profitieren wir von unserer kulturellen Vielfalt und den gemeinsamen Werten. Wir haben eine unglaubliche Fülle von Möglichkeiten und können frei wählen. Ich bin Niederländer, aber während meiner Karriere habe ich nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Frankreich gearbeitet und jetzt wieder in Deutschland. Ich arbeite mit Menschen aus ganz Europa und sogar aus der ganzen Welt zusammen. Wir sind mobil und innerhalb Europas auch ohne Grenzen.

Read more Ab nach Samoa: Europa für den Freihandel