Coronavirus: Negativeffekte, Runde II – 320 Mrd. US-Dollar Verluste pro Quartal

Unsere Volkswirte haben in einer ersten Runde bereits die wirtschaftlichen Auswirkungen analysiert, die kurzfristig durch das Coronavirus vor allem durch Verluste bei den Exporten nach China entstanden sind – wohl wissend, dass dies erst der Anfang sein würde und dass diese 26 Milliarden US-Dollar pro Woche definitiv der untere Rand der Schätzung sein würde. Jetzt haben sie neben China auch noch die Negativeffekte aus Italien und das restliche Europa berechnet. Das Ergebnis beläuft sich auf Verluste beim Welthandel in Höhe von 320 Mrd. USD pro Quartal.

Für den Welthandel bedeutet das also nochmals herbe Einbußen. Im ersten Halbjahr schrumpft er sogar. Wir haben unsere Wachstumsprognose für den Welthandel für 2020 nochmals deutlich nach unten korrigiert, auf 0,4% – ein neuer Tiefststand. Dabei markierte doch schon 2019 mit 1,2% Wachstum einen solchen. Hongkong, die USA, Japan, Südkorea, Italien, Frankreich, Großbritannien und auch Deutschland sind am stärksten betroffen von diesem Rückgang – und der deutsche Wirtschaftsmotor stotterte zuletzt ja bereits merklich. Zudem werden die weltweiten Insolvenzen mit mindestens +7,5% vermutlich noch stärker ansteigen als bisher angenommen.

Kurzfristiger Schock – ja! Grund zur Panik – nein!

Trotzdem ist das weiterhin kein Grund zur Panik. Das Coronavirus wird sich definitiv kurzfristig auf Weltwirtschaft und Welthandel auswirken. Trotzdem dürften die wirtschaftlichen Auswirkungen global gesehen begrenzt bleiben – wenn es bei einem kurzfristigen Schock bleibt. Und davon gehen wir aktuell aus.

Wir gehen aktuell auch davon aus, dass die Geschäftsunterbrechung in China nicht länger als einen Monat andauert und sich die Geschäftstätigkeit nach drei Monaten wieder normalisiert. Allerdings ist die Weltwirtschaft wohl nicht stark genug, um diesen Verlust im weiteren Jahresverlauf vollständig aufzuholen.

Für das Gesamtjahr erwarten wir durch das Coronavirus aktuell trotzdem „nur“ zu einem Verlust von 0,2 Prozentpunkten an Wachstum für die Weltwirtschaft. Diese dürfte 2020 insgesamt um 2,2% zulegen im Vergleich zum Vorjahr.

Es gibt zwar durchaus „Downside“-Risiken. Bei langanhaltenden Geschäftsunterbrechungen auf der ganzen Welt würde die Wirtschaft tatsächlich massiv einbrechen und der Welthandel schrumpfen. Insolvenzen würden dann im schlimmsten Fall im zweistelligen Prozentbereich ansteigen. Aber diese wären dann maßgeblich von Panikreaktionen getrieben.

In diesem Sinne: Kein Grund zur Panik, in der Ruhe liegt die Kraft – und bleiben Sie vor allem gesund!