Chinesische Zombies: Warum bei Staatsunternehmen Risiken lauern

Chinesische Staatsunternehmen bergen weltweit das höchste Risiko. Die dortigen „Zombie“-Unternehmen sind hoch verschuldet und werden teilweise fast künstlich am Leben erhalten. Ihre Schulden wachsen wesentlich schneller als Umsatz und Profitabilität.

In einigen Branchen stellen sie durch ihre hohe Bedeutung sogar ein systemisches Risiko dar, beispielsweise im Metall- oder Chemiesektor. Insolvenzgefährdet sind vor allem Staatsbetriebe in nicht-strategischen Branchen mit Überkapazitäten.

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Die Staatsunternehmen im Land des roten Drachen liegen beim Risikoprofil noch vor den brasilianischen und russischen Pendants. In den Golfstaaten ist das Risiko von staatlichen Firmen moderat, in den westlichen Nationen wie Frankreich oder Italien hingegen sogar niedrig. 

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Trump & May: Was Handelsbarrieren für Unternehmen bedeuten

Antiglobalisierungstrends sind nicht neu. Sie stehen bereits in den vergangenen Jahren relativ weit oben auf der wirtschaftlichen Agenda. Im Rampenlicht stehen sie jedoch erst seit Kurzem.

Noch vor zwölf Monaten hielten viele sowohl die Wahl Trumps als auch einen Brexit für beinahe unmöglich. Jetzt sind beide Szenarien Realität geworden und im „Protektionismus-Bingo“ wird dadurch vermutlich ein neues „Spiele-Level“ erreicht. Es ist jedoch ein Spiel ohne wirkliche Gewinner.

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Zwar werden in einigen Regionen national agierende Unternehmen von den Maßnahmen profitieren, die internationalen Firmen und Konzerne zählen jedoch zu den Verlierern – und für die Weltwirtschaft ist es keine gute Nachricht. 

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Cybercrime: Hacker nehmen Mittelstand ins Visier

Es vergeht heute praktisch keine Woche, manchmal kein Tag ohne neue Nachrichten zu Hackerangriffen, Datendiebstahl oder sonstigen Cybercrime-Schäden. Thyssenkrupp, die Deutsche Telekom und Yahoo füllten in den letzten Wochen diesbezüglich die Schlagzeilen. Auch der „Fake President“ Betrug, der Automobilzulieferer Leoni um 40 Millionen Euro brachte, dürfte den meisten gut in Erinnerung geblieben sein.

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Wer allerdings glaubt, dass nur Großkonzerne Opfer solcher Betrugsszenarien mit Millionenschäden werden, irrt gewaltig. Das sind nur die Fälle, die häufiger an die Öffentlichkeit gelangen. Börsennotierte Unternehmen sind beispielsweise verpflichtet, dem Kapitalmarkt solche Schäden, die ihr Ergebnis beeinflussen könnten, offen zu legen. Das ist bei Mittelständlern anders. Dort ist die Dunkelziffer entsprechend höher – die Angriffe aber nicht seltener. 

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Trendwende: Weltweite Insolvenzen steigen 2017 an

Es zeichnet sich eine Trendwende bei den weltweiten Insolvenzen ab. Die letzten 7 Jahre waren die globalen Pleiten rückläufig. 2017 rechnen wir jedoch erstmals wieder einen Anstieg der Fallzahlen um +1%.

Der einfache Grund: Die Weltwirtschaft wächst zwar, aber das Wachstum ist zu gering, um steigende weltweite Insolvenzen zu verhindern. Der Anstieg der Pleiten in 2017 ist mit einem Plus von 1% zwar moderat bei den Fallzahlen. Aber: Es geraten zunehmend größere Unternehmen in Schwierigkeiten. Die Schäden aus Insolvenzen steigen dadurch erheblich an.

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Diesen Trend beobachten wir bereits im laufenden Jahr. Das gilt sowohl für Deutschland als auch weltweit. Der daraus entstehende Dominoeffekt ist nicht zu unterschätzen: Je größer die Insolvenz, desto größer der Kreis an Unternehmen, die eventuell mit in den Abwärtsstrudel geraten könnten. 

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Wirtschafts-Horoskop – das bringt 2017

Astrologen bezeichnen 2017 als das Jahr der Sonne – ein Jahr, das geprägt ist von Veränderungen. Das lässt sich hervorragend auf die Wirtschaft übertragen auf ein „Wirtschafts-Horoskop“. insofern ziehe ich heute diese Parallele, um die wichtigsten Wirtschafts-Trends aufzuzeigen.

Das bringt 2017. 8 Einflüsse werden in diesem Jahr besonders dominant wirken: schwacher Welthandel, China-Krise, Insolvenz-Trendwende, geopolitische Spannungen, Brexit, Neuwahlen, Geldpolitik und Protektionismus.

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Allgemeine Sternenkonstellation: wenig Impulse

Das Sternbild des Welthandels ist derzeit teilweise im Schatten der weltweiten Nachfragekrisen, der schwachen Weltwirtschaft und Währungskriege. Hinzu kommen Störfeuer durch stark gefallene Rohstoffpreise und die größere Fokussierung auf die nationalen Geschäfte.

Die Zunahme der protektionistischen Spannungen sowie der geopolitischen Einflüsse könnten zusätzliche Konflikte mit sich bringen.

Zudem ist der Einfluss des Wachstumsstern China derzeit geschwächt. Durch diese „China-Krise“ fehlen wichtige Impulse, um Weltwirtschaft und Welthandel zurück auf eine schnellere Umlaufbahn zu bringen. Auch andere Schwellenländer kreisen häufig um ihre eigenen Probleme rund um Rezession, steigende Insolvenzen und Kreditrisiken. 

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Italiens „Nein“ zum Referendum – und was jetzt?

„The show must go on“. Dieses „Nein“ ist kein Grund zur akuten Panik. Zumindest wird es weitaus weniger starke wirtschaftliche Auswirkungen haben als das Brexit-Referendum.

Dennoch sind es keine guten Nachrichten für italienische Unternehmen oder die italienische Wirtschaft. Letztere ist neben Bankenkrise, sowieso schon durch eine seit Jahren anhaltende Wachstumsschwäche, Überschuldung, geringe Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, hohe Personalkosten und hohe Arbeitslosigkeit gebeutelt. Jetzt kommt also auch noch politische Instabilität hinzu.

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Mit gut 59% stimmten die Italiener mit „Nein“, Premierminister Matteo Renzi nahm daraufhin wie angekündigt seinen Hut. Das führt zu weiteren politischen Unsicherheiten innerhalb Europa. 2017 könnten diese eine kleine Vertrauenskrise in Italien auslösen – mit wirtschaftlichen Folgen. 

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Warum immer mehr große Unternehmen pleite gehen

Angesichts der seit Jahren rückläufigen Fallzahlen bei den Insolvenzen von Unternehmen in Deutschland wiegen sich viele Unternehmen in relativer Sicherheit. Häufig auch falscher Sicherheit, wenn man sich die Entwicklung der Schäden durch Insolvenzen zuletzt anschaut.

Fast 50% höher als im Vorjahr liegen die Schäden in den 12 Monaten bis Ende August 2016. Und das trotz erneut rückläufiger Fallzahlen. Der Grund: Es hat deutlich mehr größere Unternehmen getroffen, die 2016 in die Pleite geschlittert sind.

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Handel besonders betroffen

Der letzte bekannte Umsatz von Textileinzelhändler Steilmann lag beispielsweise bei rund 900 Millionen Euro, Sinn Leffers und Wöhrl waren mit 300 Mio. bzw. 255 Mio. Jahresumsatz ebenfalls bekannte Branchengrößen, die 2016 ins Trudeln kamen. Da ist es wenig erstaunlich, dass der Handel zu den Branchen zählt, die sich warm anziehen mussten aufgrund der überproportional gestiegenen Schäden. 

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Geopolitische Risiken auf dem Vormarsch

2016 ist ein weiteres Jahr, das von vielen Erdbeben geschüttelt wurde. Auch im übertragenen Sinne: in Form von wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken. Das Jahr startete mit dem Crash der chinesischen Börse, gefolgt vom Absturz der Ölpreise. Das Amtsenthebungsverfahren in Brasilien, das Brexit-Referendum und der gescheiterte Militärputsch in der Türkei hielt die (Wirtschafts-)Welt in Atem. Eine Verschnaufpause ist nicht in Sicht. Mit der US-Wahl kommen viele neue Unsicherheiten hinzu.

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Wirtschaft und Unternehmen sind teilweise regelrecht gelähmt: Abwarten und Tee trinken, ist die Devise. Erst wenn Sicherheit da ist, wollen sie investieren und weiter planen. Doch gibt es diese Sicherheit überhaupt? Geopolitische Risiken sind jedenfalls keine Eintagsfliege.

Man muss gar nicht so weit gehen. Allein beim Blick auf Europa fällt auf, dass auch hier unter der Oberfläche jede Menge vulkanisches Magma pulsiert, das bei tektonischen Verschiebungen an die Oberfläche drängt.

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Warum Trumps Protektionismus dem Welthandel nicht hilft

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ist für Weltwirtschaft und Welthandel nicht unbedingt eine gute Nachricht. Diese schwächeln ja zuletzt sowieso. Der Welthandel ist zuletzt im Wert (in USD) sogar geschrumpft. Zwischen 2014 und 2016 hat die Welt 3.129 Milliarden US-Dollar an gehandelten Waren und Dienstleistungen verloren. Das ist eine Summe, die in etwa dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Deutschland entspricht.

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Selbst wenn der Welthandel 2017 sowohl volumen- und auch wertseitig leicht zulegt,  reicht das nicht aus, um die Verluste der vergangenen Jahre auszugleichen. Im Vergleich zu 2014 fehlen dann immer noch gehandelte Waren und Dienstleistungen in Höhe des italienischen BIPs.

Hinzu kommen zunehmende protektionistische Maßnahmen zahlreicher Länder. Beim „Protektionismus-Bingo“ will Trump nach eigenen Aussagen offenbar künftig auch noch stärker mitmischen. Das könnte den Welthandel noch weiter hemmen. 

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Insolvenzanfechtung: Wie ein Blitz aus heiterem Himmel

Die betroffenen Unternehmen stehen meist unter Schock, wenn der Brief ins Haus flattert: Der Insolvenzverwalter eines in die Pleite geschlitterten Abnehmers fordert sicher geglaubte Zahlungen zurück. Der Bundesligist Bayer Leverkusen war das bis dato vermutlich prominenteste Opfer: 2014 verklagte der Insolvenzverwalter des Billigstromanbieters Teldafax den Fußballverein auf die Rückzahlung von Sponsorengeldern in Höhe von 16 Millionen Euro plus Zinsen. Der Grund: Der Verein soll von der finanziellen Schieflage des später insolventen Stromanbieters gewusst haben.

Die Grundlage: Paragraph 133 der Insolvenzordnung. Dieser macht eine Rückforderung bereits geleisteter Zahlungen bis zu zehn Jahre rückwirkend möglich. Ziel ist es, diese in die Insolvenzmasse einfließen zu lassen. Damit soll die Benachteiligung einzelner Gläubiger verhindert werden. Doch was passiert mit Unternehmen, die plötzlich sicher geglaubte Zahlungen auf ihrer Habenseite wieder zurückzahlen sollen? Sie trifft es wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Im schlimmsten Fall ist sogar die Existenz in Gefahr. Ein wahrlich scharfes Schwert. 

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